Eine Website ist nach dem Start nicht fertig. Gerade WordPress-Websites bestehen aus vielen Bausteinen von unterschiedlichen Herstellern: dem WordPress-System selbst, einem Theme, oft einem Page Builder und einer Reihe von Plugins. Alle diese Teile werden laufend weiterentwickelt, und jede Aktualisierung kann Lücken schließen oder etwas anderes zum Stillstand bringen. Hier liest du, was zur WordPress-Wartung gehört, was nicht, worauf du bei einem Wartungsvertrag achten solltest, womit du bei den Kosten rechnen musst und was zu tun ist, wenn die Website gehackt wurde.
Was WordPress-Wartung ist
WordPress-Wartung ist die laufende technische Pflege deiner Website. Gemeint sind Updates, Backups, Sicherheit und die Kontrolle, ob alles funktioniert. Andere sprechen von Website-Wartung, Website-Betreuung oder Website-Pflege, gemeint ist meist dasselbe. Nicht gemeint sind neue Inhalte, neue Seiten oder ein neues Design. Das ist Weiterentwicklung und wird in der Regel getrennt vereinbart.
Warum eine WordPress-Website Wartung braucht
WordPress selbst ist gut abgesichert. Die Risiken liegen fast vollständig in den Erweiterungen. Laut dem Sicherheitsanbieter Patchstack betrafen 91 Prozent der 2025 neu entdeckten Sicherheitslücken im WordPress-Umfeld Plugins, der Rest fast vollständig Themes. Im WordPress-Kern wurden nur wenige, geringfügige Lücken gemeldet. Gleichzeitig werden bekannte Lücken immer schneller ausgenutzt, oft schon wenige Stunden nach ihrer Veröffentlichung.
Dazu kommen Gründe, die mit Angriffen nichts zu tun haben:
- Der Hosting-Anbieter aktualisiert die Server-Software. Alte Plugins laufen auf neuen PHP-Versionen oft nicht mehr.
- Lizenzen laufen ab. Kostenpflichtige Plugins bekommen ohne aktive Lizenz keine Updates mehr, auch keine Sicherheitsupdates.
- Ohne Backup ist ein Fehler endgültig. Ein missglücktes Update, ein Hackerangriff oder ein versehentlich gelöschter Inhalt lässt sich nur mit einer aktuellen Sicherung rückgängig machen.
Eine Website, die zwei Jahre nicht gewartet wurde, lässt sich oft nur noch mit großem Aufwand aktualisieren. Manchmal ist dann ein Relaunch der einfachere Weg.
Was zur Wartung gehört
Updates mit Prüfung
WordPress, Theme und Plugins werden regelmäßig aktualisiert, dazu bei Bedarf die PHP-Version beim Hosting-Anbieter. Entscheidend ist, was danach passiert: Jemand muss prüfen, ob die Website noch so aussieht und funktioniert wie vorher. Automatische Updates ohne diese Kontrolle sind bequem, aber sie verlagern das Risiko nur. Ein Fehler fällt dann erst auf, wenn ein Kunde anruft, weil das Kontaktformular nicht mehr geht.
Backups
Regelmäßige Sicherungen der gesamten Website, also Dateien und Datenbank. Wichtig ist, wo sie liegen: nicht nur auf demselben Server wie die Website, sondern zusätzlich extern. Und eine Sicherung ist nur so viel wert wie die Wiederherstellung. Diese sollte zumindest gelegentlich getestet werden.
Sicherheit
Neben Updates gehören dazu: nicht genutzte Plugins und Themes entfernen, starke Passwörter und eine Zwei-Faktor-Anmeldung für alle Zugänge, alte Benutzerkonten löschen und ein gültiges SSL-Zertifikat. Viele Angriffe nutzen nicht die Technik, sondern vergessene Zugänge.
Überwachung
Ist die Website erreichbar, funktionieren die Formulare, kommen Anfragen tatsächlich an? Gerade Formulare fallen oft unbemerkt aus, etwa weil sich beim E-Mail-Versand etwas geändert hat. Ein kurzer Test nach jedem Update spart viele verlorene Anfragen.
Lizenzen
Premium-Plugins wie Page Builder, Formular- oder Cookie-Lösungen brauchen eine aktive Lizenz. Bei Wartungsverträgen stellt oft der Dienstleister diese Lizenzen. Das ist praktisch, sollte aber vertraglich geklärt sein, mehr dazu weiter unten.
Testumgebung
Bei größeren Updates oder komplexen Websites lohnt sich eine Testumgebung, auch Staging genannt. Dort wird das Update zuerst eingespielt und geprüft, bevor es die echte Website erreicht. Für kleine Websites ist das nicht zwingend, für Shops und Websites mit vielen Funktionen sehr sinnvoll.
| Aufgabe | Wie oft |
|---|---|
| Sicherheitsupdates | so schnell wie möglich nach Erscheinen |
| Reguläre Updates mit Funktionsprüfung | regelmäßig, je nach Website wöchentlich bis monatlich |
| Backups | täglich bis wöchentlich, zusätzlich vor jedem Update |
| Formulare und Erreichbarkeit prüfen | nach jedem Update |
| Zugänge, Plugins und Lizenzen prüfen | mehrmals im Jahr |
| Wiederherstellung testen | gelegentlich |
Was nicht zur Wartung gehört
Wartung hält eine Website stabil, sie entwickelt sie nicht weiter. In der Regel nicht enthalten sind:
- neue Funktionen, Seiten oder Designänderungen
- das Einpflegen von Inhalten
- größere Fehlerbehebungen, etwa nach einem Hackerangriff
- Probleme, die von externen Diensten ausgehen, zum Beispiel vom Hosting-Anbieter
Manche Verträge enthalten ein kleines monatliches Kontingent für solche Aufgaben, andere rechnen sie nach Aufwand ab. Beides ist in Ordnung, solange es vorher klar ist.
Wartungsvertrag: Darauf solltest du achten
- Leistungsumfang: Was genau ist enthalten? „Regelmäßige Wartung“ allein sagt nichts. Gute Verträge nennen Updates, Backups, Prüfung und Support konkret.
- Backups: Wie oft, wo gespeichert und wie lange aufbewahrt?
- Reaktionszeit: Wie schnell wird reagiert, wenn die Website ausfällt?
- Lizenzen: Wer stellt die Premium-Lizenzen, und was passiert damit bei einer Kündigung? Häufig werden sie dann entfernt, und du brauchst eigene.
- Zusatzaufwand: Was kostet alles, was nicht enthalten ist?
- Laufzeit und Kündigung: Mindestlaufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist.
- Garantien: Seriöse Anbieter versprechen keine absolute Sicherheit. Wartung senkt das Risiko deutlich, ausschließen kann es niemand.
Was WordPress-Wartung kostet
Wartung wird meist pauschal abgerechnet, monatlich oder jährlich. Wie hoch der Betrag ist, hängt vor allem von diesen Punkten ab:
- Größe und Komplexität der Website, insbesondere ob es ein Shop ist
- Anzahl der Plugins und ob Premium-Lizenzen enthalten sind
- Häufigkeit von Updates und Backups
- Testumgebung, Reaktionszeit und ein enthaltenes Support-Kontingent
Einfache Pakete, die im Wesentlichen Updates und Backups abdecken, gibt es schon ab rund 30 Euro im Monat. Für eine Business-Website mit Prüfung nach jedem Update, Lizenzen und Support liegt der Betrag entsprechend höher. Als Aufwand rechnen Anbieter für eine typische Website oft mit ein bis zwei Stunden im Monat. Zum Vergleich: Die Reparatur einer gehackten oder durch ein Update zerschossenen Website dauert schnell einen ganzen Arbeitstag oder länger und kostet damit oft mehr als ein Jahr Wartung.
Wenn die Website gehackt wurde
- Ruhe bewahren und den Hosting-Anbieter informieren. Viele Anbieter helfen bei der Eingrenzung.
- Ein Backup von vor dem Angriff einspielen, falls vorhanden.
- Alle Passwörter ändern: WordPress, Hosting, Datenbank und E-Mail.
- Die Lücke schließen, meist durch Updates oder das Entfernen eines verwundbaren Plugins. Sonst ist die Website schnell wieder befallen.
- In der Google Search Console unter „Sicherheitsprobleme“ prüfen, ob Google die Website als gefährlich markiert hat, und nach der Bereinigung eine Überprüfung beantragen.
Eine Website bringt nur dann dauerhaft Anfragen, wenn sie technisch stabil bleibt. Wartung gehört deshalb von Anfang an zum Webdesign, nicht erst dann, wenn etwas kaputt ist.
Selbst machen oder mit Unterstützung?
Selbst machen kannst du die Wartung, wenn die Website klein ist, wenige Plugins hat und du dir regelmäßig Zeit nimmst: Backups prüfen, Updates einspielen, danach alles durchklicken und das Formular testen.
Unterstützung lohnt sich bei: Websites mit Page Builder, vielen Plugins oder Shop, bei Premium-Lizenzen und immer dann, wenn die Website für dein Geschäft wichtig ist. Der Wert liegt weniger im Klicken auf „Aktualisieren“ als darin, Fehler zu erkennen und schnell zu beheben.
Wann es sich nicht lohnt
Ein Wartungsvertrag lohnt sich kaum, wenn die Website ohnehin in wenigen Wochen durch eine neue ersetzt wird. Dann reichen ein aktuelles Backup und die wichtigsten Sicherheitsupdates.
Vorsicht ist bei Paketen geboten, die nur automatische Updates einspielen, ohne danach zu prüfen. Sie fühlen sich sicher an, lassen Fehler aber unbemerkt. Und Wartung ersetzt keine gute Website: Sie hält den Zustand stabil, macht aus einer schwachen Website aber keine starke.
Fazit: Wartung ist günstiger als Reparatur
WordPress-Wartung bedeutet Updates mit Prüfung, verlässliche Backups, gepflegte Zugänge und Lizenzen. Ob du das selbst machst oder abgibst, hängt von Größe und Bedeutung deiner Website ab. Wichtig ist nur, dass es jemand regelmäßig tut. Wer bei einem Vertrag auf konkreten Leistungsumfang, Backups, Lizenzen und Kündigungsregeln achtet, weiß genau, wofür er bezahlt.